Programm
Mittwoch, 20.05.2026 | 20.00 Uhr
Wer rettet wen? Reloaded
Kooperation „Arbeitskreis Gutes Geld Göppingen“ und GWÖ Regionalgruppe Göppingen +++ Publikumsgespräch+++beide Regisseure anwesend
Es hagelt wieder Rettungsschirme, es wird mit Billionen gerettet. Doch kaum einer mag sich heute die Frage stellen, wer in der Finanzkrise mit den Unsummen gerettet wurde – und was aus diesen Erfahrungen für jetzt zu erwarten ist. „Wer seine Geschichte nicht kennt, ist verdammt, sie als Tragödie zu erleiden“. Diesem Leitsatz folgend, haben Leslie Franke und Herdolor Lorenz ihren Film „Wer rettet wen?“ aus der Zeit der Finanzkrise neu aufgearbeitet und mit Beiträgen, Infos und Fragen der aktuellen Krise verbunden.
Regie: Leslie Franke, Herdolor Lorenz, D, 79 Min.
Website: wer-rettet-wen-reloaded
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Mittwoch, 27.05.2026 | 20.00 Uhr
Memory hotel
Deutschland, 1945: die fünfjährige Sophie und ihre Eltern fliehen vor der Roten Armee. Im Gepäck haben sie Fahrkarten für ein Schiff nach Amerika. Doch das Schicksal hat andere Pläne. Während einer Rast im Hotel gerät die Familie in einen Konflikt mit dem diabolischen Nazi Scharf – mit fatalen Folgen. Im Handgemenge verliert die kleine Sophie nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihre Erinnerungen. Als sie wieder zu sich kommt, ist das Hotel in sowjetischer Hand und sie zur Köchin des Hauses befördert. Die Jahrzehnte verstreichen wie im Flug und unter der Obhut des Sowjetsoldaten Wassili wächst Sophie zur Frau heran. Noch ahnt sie nicht, dass die Wahrheit über ihre Vergangenheit den Weg in ihre Zukunft ebnen wird – und der erste Hinweis im Luftschutzkeller des Hotels seit vielen Jahren nur darauf wartet, von ihr entdeckt zu werden.
„Mit 64 Jahren legt der Filmemacher seinen ersten abendfüllenden Film vor, an dem er mit einem kleinen Team seit 1999 rund ein Vierteljahrhundert gearbeitet hat. Damit dürfte der formal aufwendige wie inhaltlich ambitionierte Puppentrickfilm als Ausnahmewerk in die Geschichte des deutschen Animationsfilms eingehen.“ Kino-zeit
Regie: Heinrich Sabel, Stop-motion Film, D 2025, 100 Min.
Website: memory-hotel
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Mittwoch, 03.06.2026 | 20.00 Uhr
Ein einfacher Unfall
Kooperation mit MuSeele
Als der Automechaniker Vahid zufällig auf den Mann trifft, der ihn mutmaßlich im Gefängnis gefoltert hat, entführt er ihn, um Vergeltung zu üben. Doch der einzige Hinweis auf Eghbals Identität ist das unverkennbare Quietschen seiner Beinprothese. Auf der Suche nach Gewissheit wendet sich Vahid an einen zerstreuten Kreis anderer, inzwischen freigelassener Opfer. Doch je tiefer sie in ihre Vergangenheit eintauchen und je mehr ihre unterschiedlichen Weltanschauungen aufeinanderprallen, desto größer werden die Zweifel: Ist er es wirklich? Und was hieße Vergeltung überhaupt?
Regie: Jafar Panahi, IRAN 2025, 101 Min.
Website: ein-einfacher-unfall
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Mittwoch, 17.06.2026 | 19.00 Uhr
Silent friend
Im Herzen des botanischen Gartens der mittelalterlichen Universitätsstadt Marburg steht ein majestätischer Ginkgobaum. Seit über hundert Jahren ist er stiller Zeuge – Beobachter leiser, tiefgreifender Veränderungen im Leben dreier Menschen. 2020 wagt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong, der die kognitive Entwicklung von Babys erforscht, ein ungewöhnliches Experiment mit dem uralten Baum.1972 erfährt ein junger Student eine innere Wandlung – ausgelöst durch die konzentrierte Beobachtung einer einfachen Geranie.1908 folgt die erste Studentin der Universität ihrer Leidenschaft für die Fotografie – und entdeckt durch das Objektiv ihrer Kamera die verborgenen Muster des Universums.
Regie: Ildikó Enyedi, D, F, HUN 2025, 147 Min.
Website: silent-friend
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Mittwoch, 24.06.2026 | 19.00 Uhr
White snail OmU
Masha, ein belarussisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte. Misha eröffnet Masha eine unbekannte Welt, die ihr Gefühl von Schönheit und Sterblichkeit auf die Probe stellt. „White Snail“ ist die fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiter, die erkennen, dass sie nicht allein auf der Welt sind.
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter, AUT, D, 2025, 115 Min.
Website: white-snail
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Mittwoch, 01.07.2026 | 20.00 Uhr
Driving mum OmU
Ein klappriges Auto, auf dem Beifahrersitz sein Hund Brezhnev und auf der Rückbank eine zurechtgemachte alte Dame – so startet der mürrische Jon auf eine abenteuerliche Reise quer durch Island, um seiner Mutter ihren letzten Wunsch zu erfüllen: Sie möchte noch ein Foto von sich am berühmten Gulfoss-Wasserfall. Das wird allerhöchste Zeit, denn Jons Mutter ist bereits tot. Mit im Gepäcksind eine Fotografie aus alten Zeiten und eine Kassette mit kitschig-schöner Musik und plötzlich, inmitten der rauen kargen Landschaft, überkommt Jon Wehmut. Ein Leben ohne die Mutter, die ihn bisher felsenfest in der Hand hatte, muss erst einmal neu gedacht werden. Zumal sie Jon noch über den Tod hinaus mit bissigen Kommentaren traktiert. Doch unterwegs trifft Jon auf Menschen, die ihn aus der Reserve locken und zunehmend gewinnt seine kleine Welt an Weite.
Regie: Hilmar Oddson, ISL 2022, 114 Min. Website: driving-mum
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Mittwoch, 15.07.2026 | 20.00 Uhr
No mercy OmU
Filme zeigen, wie wir leben. „No Mercy“ geht mitten hinein in die Fragen, die heute brennen: Wo stehen wir wirklich in Sachen Macht, Geschlecht und Freiheit – im Kino wie im Leben? Für ihre radikale Bestandsaufnahme bringt die Filmemacherin Isa Willinger einige der bedeutendsten Regisseurinnen* unserer Zeit zusammen: Mit Céline Sciamma, Alice Diop, Joey Soloway, Nina Menkes, Valie Export, Catherine Breillat und Virginie Despentes treten erstmals wegweisende Filmemacherinnen* in einen gemeinsamen, intimen Dialog – über ihre Kunst, ihre Wut, ihre Verletzlichkeit und die Bilder, die unsere Welt prägen. Inspiriert von einer Beobachtung der Regisseurin Kira Muratova, dass Frauen in Wahrheit die härteren Filme machen, sprechen sie über Sex und Gewalt, über Demütigung und Rache, über Trauma und Lust, Zärtlichkeit und Poetik und den viel diskutierten female gaze.
Regie: Isa Willinger, D, A, 2025, 104 Min.
Website: no-mercy
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Mittwoch, 22.07.2026 | 20.00 Uhr
Un poeta OmU
Kooperation mit MuSeele im Rahmen der Ausstellung „Sucht & Kunst“ mit Linoldrucken und Gedichten von Davidenko
Oscars Restrepos Besessenheit von der Poesie hat ihm bislang keinen Ruhm gebracht. Er ist zum lebenden Klischee des erfolglosen Dichters geworden, launisch, oft betrunken und ständig pleite. Als er Yurlady begegnet – ein Teenager aus der sozialen Unterschicht mit erstaunlichem Talent – keimt ein Funken Licht in seinem Schattendasein auf. Seine Idee, sie beim Poesiefestival Medellins vorzustellen, scheint zu seinem nächsten großen Fehltritt zu werden. „Der zweite Film des kolumbianischen Regisseurs Simón Mesa Soto ist einer der lustigsten Filme des Jahres – und schafft es gleichzeitig, seinen makelbehafteten, oft lächerlichen und fortwährend an sich selbst scheiternden Protagonisten nie mit so ganz lieblosem Blick zu betrachten. Das ist kein kleines Kunststück, und diesen in wunderschönen 16mm-Bildern fotografierten Film sollte man keinesfalls versäumen. Egal wie man selbst zur Dichtkunst steht.“ Filmstarts
Regie: Simon Mesa Soto, KO, D, S 2026, 120 Min.
Website: un-poeta Poststraße 36 | 73033 Göppinge
Mittwoch, 29.07.2026 | 20.00 Uhr
Der Helsinki Effekt OmU
Helsinki, 1. August 1975. Fünfunddreißig Staats- und Regierungschefs der Welt sitzen an einem langen Tisch und sind dabei, die Schlussakte zu unterzeichnen. Nach Jahren angespannter und aufregender Verhandlungen haben sich diese Spitzenpolitiker in der finnischen Hauptstadt zur dritten und letzten Phase der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE) versammelt, die auch als Helsinki-Abkommen bekannt ist. Am glücklichsten von allen ist bei weitem Leonid Breschnew aus der Sowjetunion. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, einen schweren Fehler zu begehen.
Regie: Arthur Franck, FIN, D, NOR 2025, 88 Min.
Website der-helsinki-effekt
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Mittwoch, 05.08.2026 | 20.00 Uhr
Calle Malaga - ein Zuhause in Tanger
María Ángeles, 79, ist tief verwurzelt im spanischen Viertel von Tanger. Ihre Wohnung in der Calle Málaga – voller Erinnerungen, Blumen und antiker Schätze – ist ihr ganzer Stolz. Vom Balkon aus beobachtet sie das bunte Treiben der Stadt – ruhig, zufrieden, in ihrer eigenen Welt. Doch als ihre Tochter Clara die Wohnung verkaufen will, gerät alles ins Wanken. Statt ins Seniorenheim zu ziehen, stellt sich María Ángeles quer. Mit Witz, List und Herz kämpft sie um ihr Zuhause. Überraschend findet sie dabei neue Nähe, Lebenslust und eine Liebe, die sie längst verloren glaubte.
Regie: Maryam Touzani, ES, B, D, MAR 2025, 116 Min.
Website calle-malaga-ein-zuhause-in-tanger
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Mittwoch, 19.08.2026 | 20.00 Uhr
DJ Ahmet
Seinen Alltag als Schafhirte auf dem nordmazedonischen Land lockert sich der 15-jährige Ahmet mit elektronischen Beats auf, die er aus einer selbstgebauten Anlage von seinem Traktor aus in die Welt bläst. Doch die Welt auf dem Dorf ist eng, an neue Musik nur schlecht zu kommen und auch Ahmets Vater Bayram will von der Leidenschaft seines Sohne nichts wissen. Doch dann zieht nebenan Aya ein. Die hat nicht nur eine ähnliche Leidenschaft für Musik, sondern verdreht Ahmet auch noch ganz schön den Kopf. Die beiden kommen sich näher, aber auch Ayas Weg scheint von den Eltern bereits vorgezeichnet: Sie soll mit einem anderen verheiratet werden. Doch zusammen wollen sie und Ahmed eigene Wege gehen.
Regie: Georgie M. Unkovski, MK 2025, 99 Min.
Website dj-ahmet
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Mittwoch, 26.08.2026 | 20.00 Uhr
Siri Hustved - Dance around the self
Jung, neugierig und voller Tatendrang verlässt Siri Hustvedt ihre Heimat Minnesota und stürzt sich mitten hinein ins pulsierende New York. Auf der Suche nach der Hauptfigur ihres ersten Romans beginnt eine Reise, die sie nicht nur zur Schriftstellerin macht, sondern zu einer der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Der Film öffnet einen Blick weit über Siri Hustvedt hinaus und feiert die kämpferische Kreativität von Künstlerinnen, denen die Autorin sich verbunden fühlt. Zugleich erzählt SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF die einzigartige Liebesgeschichte des legendären Autorenpaares aus Brooklyn: Siri Hustvedt und Paul Auster.
Regie: Sabine Lidl, D,CH 2026, 110 Min.
Website: siri-hustvedt-dance-around-the-self
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Mittwoch, 02.09.2026 | 20.00 Uhr
Sorda - Der Klang der Welt
Ángela ist gehörlos, Héctor hörend, ein junges Paar, fröhlich und verliebt, um so mehr, als sie ihr erstes Kind erwarten. Ona soll es heißen, ein Mädchen. Doch je näher der Tag der Geburt rückt, desto unruhiger wird Ángela. Wie soll sie sich um Ona kümmern in einer Welt, die nicht für sie gemacht ist? Wird Ona hören wie Héctor oder sein wie sie? Ihre kleine, beschützte Welt, die sich Ángela und Héctor geschaffen haben, bekommt Risse. Sie müssen es noch einmal versuchen. In der Welt, wie sie ist und wie sie sein könnte.
Regie: Eva Libertad, ES 2025, 99 Min.
Website: sorda-der-klang-der-welt
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Mittwoch, 16.09.2026 | 20.00 Uhr
Karla
Kooperation mit MuSeele +++ anschließend Filmgespräch
1962 scheinen die Machtverhältnisse nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Erwachsenen und Kindern noch wie in Stein gemeißelt. Kinder sind Kinder und Erwachsene eben diejenige, denen Gehör geschenkt wird. Ihre Worte haben Gewicht, während Kind froh sein können, wenn sie überhaupt gehört werden, sobald sie den Mund aufmachen. Doch Karla ist da offensichtlich ganz anders gestrickt. Denn die Zwölfjährige will ihren Vater zur Verantwortung ziehen, weil ihre Sicherheit durch seine Nachlässigkeit nicht mehr gewährleistet war. Sie erhebt schwere Vorwürfe, die schließlich sogar vor Gericht landen.
„Karla ist viel mehr als ein Gerichtsdrama. Es ist ein Plädoyer für Menschlichkeit und das Recht auf Schweigen.“ filmstarts
Regie: Christina Tournatzés, D 2025, 104 Min.
Website: karla
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Mittwoch, 23.09.2026 | 20.00 Uhr
Erich Fried - Friendly Fire
Friendly Fire ist ein sehr persönliches Porträt des großen österreichischen Dichters Erich Fried von seinem Sohn Klaus Fried. Der Film ist eine Hommage an einen unvollkommenen, aber innig geliebten Vater, eine Reise durch ein Jahrhundert Geschichte, die uns immer wieder zu den Perspektiven des vor den Nazis von Wien nach London geflohenen deutschsprachigen Exilliteraten Erich Fried führt. Blickwinkel die heute wieder furchtbar aktuell sind.
Die „feurige“ Collage „Friendly Fire“ erzählt anders als ihr Titel von der Aussöhnung des Sohnes mit dem Vater. Der Film erkundet, wie die erlittenen Traumata Erich Frieds Lebensentwurf prägten, seinen unbedingten Willen, als deutscher Schriftsteller die gestohlene Identität zurückzuholen und im kulturellen Diskurs der Bundesrepublik gehört zu werden.
Regie: Klaus Fried, Julia Albrecht, D, A, 105 Min.
Website: erich-fried-friendly-fire
Poststraße 36 | 73033 Göppingen
Mittwoch, 30.09.2026 | 20.00 Uhr
Gavagai OmU
Bei den turbulenten Dreharbeiten zu einer Medea-Verfilmung im Senegal flüchtet sich Maja in eine Affäre mit ihrem Co-Star Nourou. Monate später treffen sie sich bei der Premiere des Films in Berlin. Alte Gefühle flammen auf, aber ein rassistischer Vorfall belastet ihr Wiedersehen. Die Spannungen werden nicht kleiner, als jeder versucht, das Richtige zu tun. Während sich die antike Tragödie auf der Leinwand zuspitzt, entfaltet sich ein zeitgenössisches Drama.
„Gnadenlos gut beobachtet – und dazu oft auch noch saulustig.“ filmstarts
Regie: Ulrich Köhler, D, F 2025, 89 Min.
Website: gavagai
Poststraße 36 | 73033 Göppingen
